Komödien Theater Commedia Wanderbühne Open Air

 

Die Wanderbühne stellt die Urform des professionellen deutschen Sprechtheaters dar. Heut gibt es nur wenige Wanderbühnen. Hier finden Sie Links zu anderen Wanderbühnen, die wir gefunden haben:

Ton und Kirschen

Footsbarn Theatre

Companie Pas De Deux

Das letzte Kleinod

Herzbaracke

 

Sie kennen eine Wanderbühne, die hier nicht verzeichnet ist. Dann schreiben Sie uns doch bitte.

Heidelberg und die Metropolregion Rhein-Neckar sind in besonderer Weise mit der Geschichte der Wanderbühne und damit auch der Entstehung des professionellen Theaters im deutschsprachigen Raum verknüpft:

 

„Mit Ende der Englischen Phase der Wanderbühne spalteten sich kleinere Gruppen von Schauspielern ab und bildeten in der Folge deutsche Gesellschaften. Als bekanntestes Beispiel gelten Ernst Hoffmann und Peter Schwarz, die sich 1656 aus der Truppe von Joris Jolphus lösen und im darauffolgenden Jahrzehnt zwischen Mannheim und Heidelberg tätig sind.“

 

Spieltexte der Wanderbühne; Alfred Noe; Verlag: Walter de Gruyter Berlin/New York 1999; S. XIX

 

 

zur Idee der Wanderbühne:

 

Unlösbar verbunden mit der Tradition der Wanderbühne ist die Commedia dell’Arte. Sie steht Pate bei der Entwicklung einer körperbetonten, überhöhten Form. Das Monströse der Halbmasken und der derben Handlung findet sich in Ausstattung und Inszenierung wieder, immer in dem Bemühen gleichzeitig Volkstheater zu bleiben und in der befremdlichen Andersartigkeit dennoch einem breiten Publikum zugänglich zu sein. Dabei hilft der sozialromantische Aspekt der Wanderbühne. Die Wanderbühne ist nicht nur die Wurzel des professionellen deutschsprachigen Theaters , sondern sie ist auch Projektionsfläche einer sozialromantischen Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, Aufopferung und unmittelbarer Verbundenheit der Akteure mit ihren Produktionsmitteln. Vor allem aber steht sie für ein Heraustreten aus einer hochtechnisierten Umwelt, für ein Verlassen effizienter Sicherheit, für ein „aus der Zeit fallen“. Hier weist die Form der Wanderbühne auf das Phantastische, auf das Karnevaleske, auf das, was man „die andere Seite“ nennen mag.

Zur Tradition der Wanderbühne, sowie der der Commedia dell’Arte, gehört es, gesellschaftlich relevante Themen zu behandeln.

Teil des Wanderbühnenkonzeptes ist, was man beim Wein den Terroir -Gedanken nennen würde. Die Verortung in der Region.

 

...und warum Theater "CARNIVORE" ?

Der Name des Theaters „Carnivore“ leitet sich von einem Beinamen des griechischen Gottes Dionysos ab: „Der Rohfleischfresser“* . Der Name steht damit für eine Art Volkstheater, das das rauschhafte Befremdliche und Bedrohliche mit dem rauschhaft Festlichen sinnlich verbindet. Eine Umsetzung des Dionysischen Prinzips, der Verbindung von Theater, Natur, Umgebung und Wein ist Teil des Konzeptes.

  *zu finden z.B. in „Die Mänaden“ Euripides

Schlusschor der Vorszene, S. 235;

"Die Mänaden", Euripides, Übersetzt von Ernst Buschor,

In "Gesamtausgabe Der Griechischen Tragödien"

Artemis Verlag; Zürich/München; 1979

Am schönsten wird der dionysische Bezug des Namens in der wunderbaren Sendung produziert vom SWR und verfasst von Rolf Beyer

SWR2 Wissen:

Thrakiens fremder Gott - Der Dionysos-Kult

klar - und zwar schon in der ersten Minute. Den weiteren 27 Minuten wird man sich aber nicht entziehen können!